Das WERK X-Petersplatz ist ein zeitgenössisches Kooperationshaus für innovatives Theater und gesellschaftspolitisch relevante Kulturveranstaltungen im ersten Bezirk. Im Zentrum Wiens hat sich das Haus als progressives Sprechtheater für junge, aber auch etablierte Gruppen einen Namen gemacht. Künstlerische Diskurse und Ausdrucksmöglichkeiten werden aber auch über andere zeitgenössische Formensprachen verhandelt. Ziel ist es, die Türen zu diesem Zukunftsraum für alle Kunstschaffenden wie interessierten Besucher*innen weit offen zu halten und die erfrischende Vielfalt und Diversität der Künstler*innen wie auch des Publikums vor Ort zu fördern und zu fordern.

Das Theater wird im Spielstätten- bzw. Verwaltungsverbund mit dem WERK X Meidling geführt, wovon sich auch der Name WERK X-Petersplatz ableitet.


STANDORT & KONTAKT

WERK X-Petersplatz
Petersplatz 1
1010 Wien
Info: +43 1 962 61 10
E-Mail: buero at werk-x-petersplatz dot at


INFORMATIONEN

Fassungsvermögen:
Theatersaal: 129,45 m² (ca. 17,61 m x 7,35 m), bis zu 170 Personen, 2 Rollstuhlplätze
Gastro: 83,78 m² (ca. 15,23 m x 3,74 m), bis zu 96 Personen
Foyer: 59 m², ca. 30 Personen


GESCHICHTE

Das Theater am Petersplatz befindet sich im Keller eines Gründerzeithauses am Petersplatz im ersten Bezirk Wiens. Diese Räumlichkeiten werden seit Ende des 19. Jahrhunderts kulturell genutzt, bereits 1873 gab es die erste Erwähnung über ein Kellerlokal, aktenkundig wird es ab 1902: Franz Thurnher führt das Lokal unter dem Namen „Etablissement Casino de Paris“. 1906 erfolgt eine Adaptierung der Räumlichkeiten, die nun von den neuen Besitzer*innen Johann und Marie Prumüller unter dem Namen „Nachtfalter“ bis 1937 geführt werden.

Zur Zeit des Nationalsozialismus betreibt der ägyptischstämmige Lokalpatron Achmed Beh das Haus als Nachtlokal, nur vordergründig weltoffen, im Hintergrund diente es der Gestapo zu Bespitzelungszwecken. „In diesem Sinne warb das ‚Achmed Beh‘ entgegen der NS-Doktrin mit ‚exotischem‘ Tanz und ‚artfremdem‘ Jazz, um Herren aus verbündeten Staaten ins nationalsozialistische und ‚märchenhaft‘ frivole Wien zu locken.“ (Lydia Nsiah, Filmmuseum), wie auch Aufnahmen aus den 1940er Jahren zeigen.

Im Oktober 1958 eröffnet der Klarinettist Fatty George hier „Fattys Saloon“, Jazzmusiker wie Louis Armstrong oder Fats Waller sind zu Gast. Die Inneneinrichtung des Jazzkellers betreuen Kurt Sandweg und Horst Geldmacher, bis 1963 „Fattys Saloon“ geschlossen wird.

Danach ist das Art-Center (mit der Einrichtung des Saloons), ein Boheme-Treff, bis 1966 in Betrieb. Die Räumlichkeiten werden 1982 wiederbelebt, als feste Bühne von Theaterleiter Dieter Haspels Theatergruppe. Unter dem Namen Ensemble Theater spielt die Gruppe in unmittelbarer Nähe ihres Entstehungsortes, des Café Einfalt in der Goldschmiedgasse. Das Ensemble Theater und die neuen Theaterräumlichkeiten werden vom damaligen Kulturstadtrat Helmut Zilk eingeweiht und mit Bertolt Brechts „Dreigroschenoper“ in der Inszenierung des künstlerischen Leiters Dieter Haspel eröffnet. Zeitgenössische Autoren wie Wolfgang Bauer und Heinz Rudolf Unger, Heiner Müller, Botho Strauss u.v.a. stehen neben weiteren Brechtstücken auf dem Spielplan.

Mit dem Beginn der Saison 2009/2010 endet die Ära von Dieter Haspel und seinem Ensemble Theater am Petersplatz nach mehr als 30 Jahren. Die Nachfolge treten Harald Posch und Ali M. Abdullah an, die das Haus fortan unter dem Namen Garage X führen.

Mit der Spielzeit 2014/2015 wird die Garage X mit dem ehemaligen „Stadtlabor Kabelwerk“ im 12. Wiener Gemeindebezirk Meidling zusammengelegt. Fortan wird das „WERK X-Eldorado“, wie die Spielstätte am Petersplatz nun genannt wird, als kuratierte Spielstätte für die freie Szene Wiens zur Verfügung gestellt. Die künstlerische Leitung des WERK X-Eldorado obliegt Posch und Abdullah.

Der Empfehlung der Wiener Theaterjury folgend sowie dem Ausschreibungsprofil der Kulturabteilung der Stadt Wien wird Ende 2017 eine eigene künstlerische Kuratierung und Geschäftsführung mit Cornelia Anhaus bestimmt. Das WERK X-Petersplatz wird somit ab der Spielzeit 2018/2019 als autonomes Haus mit eigenständigem künstlerischem Profil geführt, wenn auch weiterhin im Spielstättenverbund mit dem WERK X organisiert.

 

Spielzeitthema

EURE ARMUT KOTZT MICH AN