Baal

von Bertolt Brecht

Karten
Baal

© WERK X



Ein liebevoll gepflegtes und gerade im Theater auch heute noch gerne gelebtes Klischee ist das des amoralischen, dafür aber umso genialeren Künstlers, der jenseits jeder sozialen Ordnung steht und darum fortwährend mit der bürgerlichen Gesellschaft in Konflikt gerät. Der talentierte junge Autor Baal repräsentiert im gleichnamigen Frühwerk Bertolt Brechts die radikale Überhöhung des Individuums, die letztlich Fluchtpunkt der liberalen Gesellschaft ist und für solidarische und kollektivistische Denkansätze nur Verachtung übrig hat.

Namensvorbild war der antik-levantische Fruchtbarkeitsgott Baal, dessen Bild der frühreife Stückeschreiber Brecht in seiner Augsburger Dachstube sich übers Bett gehängt hatte. Ali M. Abdullah setzt sich in seiner Bearbeitung des „Baal“-Stoffs mit der Rolle des Künstlers in der späten neoliberalen Gesellschaft auseinander und fragt nach der Totalität radikal-individualistischer Subjektivierung in der multioptionalen Welt der Gegenwart. Am Ende steht die doppeldeutig-deprimierende Erkenntnis: „Das ist Papier. Aber es macht nichts. “

Premiere: Frühjahr 2020


Premiere: Do 20.02.2020, 19.30 Uhr Karten
Ort: WERK X, 1120 Wien

Spielzeitthema

HEIMAT UND ARSCHLOCH