Der G`wissens­wurm– the unintentionally end of Heimat

nach Ludwig Anzengruber

WERK X, Do 23. April 2020, 19.30 Uhr
Szene aus 'Der G`wissenswurm– the unintentionally end of Heimat', #1
Inszenierung: Harald Posch
Autor: Ludwig Anzengruber

Anzengrubers „Der G‘wissenswurm“ ist eine Steilvorlage für das Phantasma einer völkischen Idylle, die in Österreich derzeit so wirkmächtig ist. Harald Poschs Bearbeitung des 1874 uraufgeführten Volksstücks geht der Frage nach, welche Rolle das Unbewusst-Imaginäre im Faschismus der Gegenwart spielt. Er beleuchtet auch, unter wessen Räder der G‘wissenswurm zwischen Wien und Ibiza eigentlich gekommen ist.

Dass es „auf der Alm koa Sünd“ gibt, konnte nur ein in der norddeutschen Tiefebene entstandener Softporno aus der Ära der sexuellen Befreiung behaupten. Einige Jahrzehnte vorher war die Sünde sowohl in den Augen der bigotten bäuerlichen Dorfgemeinschaft als auch des reichen Bauern Grillhofer durchaus heimisch auf der Alm. Mehr noch: Sie hatte die unangenehme Eigenschaft, sich als „Gwissenswurm“ zurückzumelden, wenn es wahlweise um die Wahrung eigener Besitzstände oder darum ging, sich mehr oder weniger freiwillig der verkorksten eigenen Biografie zu stellen.

„Sie alle sind zu Grunde gegangen in und an der Gesellschaft und sie wissen das“, schrieb Viktor Adler über Anzengrubers Figuren – nur aussprechen und reflektieren durften sie es in der feudalen, präfaschistischen Gesellschaft freilich nicht.

Premiere
Do 23. April 2020, 19.30 Uhr
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