„Ich will kein Theater, ich will ein anderes Theater“ (AT)

Texte von Elfriede Jelinek aus drei Jahrzehnten inszeniert von Gintersdorfer/Klaßen, Thirza Bruncken, Milan Peschel

WERK X, Do 13. April 2023, 19.30 Uhr
Elfriede Jelinek Groß-Projekt
 

Fünf Premieren von fünf Regisseur*innen und Regieteams

APRIL – MAI 2023

Einzelne Termine werden bekanntgegeben

Inszenierung: Gintersdorfer/­Klaßen, Thirza Bruncken, Milan Peschel

Das Grande Finale des WERK X versammelt noch einmal die interessantesten Künstler*innen der letzten Jahre zu einem gemeinsamen Projekt – und geht auf die Anfänge zurück: 2004 begann das freie Label DRAMA X unter der Leitung von Ali M. Abdullah und Harald Posch höchst erfolgreich großformatige Autor*innen – und Regieprojekte in Wien mit bis zu zehn Stücken an einem Abend durchzuführen.

Inhaltliche Grundlage des diesjährigen Projekts sind Theatertexte der letzten Jahrzehnte von Elfriede Jelinek, die in Wien noch nicht zu sehen waren. Als eine der wichtigsten österreichischen Gegenwartsautorinnen hat Elfriede Jelinek wie kaum eine andere politische Begebenheiten, Skandale und Gesellschaftsanalysen direkt und verklausuliert gleichermaßen für die Bühne beschrieben.

Fünf Regisseur*innen und Regie-Kollektive mit ganz unterschiedlichen ästhetischen Handschriften nehmen sich je einen Text von Elfriede Jelinek vor. So inszenieren u.a. Thirza Bruncken, Gintersdorfer/Klaßen, Milan Peschel u.a. wieder am WERK X und präsentieren Texte der Nobelpreisträgerin aus unterschiedlichen Epochen ihres Schreibens.

„Es ist Sprechen und aus.“

Im Zuge der Aufführungen wird es in Zusammenarbeit mit dem Elfriede Jelinek-Forschungszentrum ( Leiterin: Ao. Univ.-Prof. Mag. Dr. Pia Janke) Diskurse und Podien zu Texten und Motiven Elfriede Jelineks geben.

 

Elfriede Jelinek

Elfriede Jelinek, geboren 1946 und aufgewachsen in Wien, erhielt bereits früh eine umfassende musikalische Ausbildung. 1960 begann sie am Wiener Konservatorium Klavier und Komposition zu studieren, anschließend, nach dem Abitur 1964, Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte an der Universität Wien. Nach Abbruch des Studiums 1967 begann sie zu schreiben und zählt mittlerweile zu den bedeutendsten deutschsprachigen Gegenwartsautor*innen.
Neben ihren Theaterstücken (wie „Ein Sportstück“ (1998), „Bambiland“ (2003) oder „Die Schutzbefohlenen“ (2014)), Lyrik, Essays, Übersetzungen, Hörspielen, Drehbüchern und Libretti umfasst ihr Werk u.a. die Romane „wir sind lockvögel baby“ (1970), „Die Klavierspielerin“ (1983), „Lust“ (1989), „Die Kinder der Toten“ (1995) und den Privat- bzw. Internetroman „Neid“ (2007-2008). Neben zahlreichen anderen bedeutenden Literaturpreisen erhielt sie 2004 die höchste aller Auszeichnungen: Den Literaturnobelpreis.

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INSZENIERUNGEN:

Gintersdorfer/Klaßen

Seit 2005 arbeiten Gintersdorfer/Klaßen mit deutschen und ivorischen Künstler*innen sowie internationalen Gästen. Gintersdorfer/Klaßen entwickeln Projekte, in denen sie Lebensstrategien und Ausdrucksformen der Darsteller zum Zentrum machen und mit eigenen Strategien und Ästhetiken konfrontieren. Einladungen führten sie u.a. ans Festival nach Avignon und zu den Wiener Festwochen. 2009 waren sie mit für „Othello c’est qui“ Preisträger des Impulse Festivals.

 

Thirza Bruncken

Geboren 1958 in Bonn, studierte Thirza Bruncken Germanistik, Kunstgeschichte und Publizistik an der Universität Münster. In ihrer Laufbahn als Regisseurin hat sie sich immer wieder mit innovativen Texten deutschsprachiger Autor*innen wie beispielsweise Heiner Müller, Elfriede Jelinek oder Rainald Goetz auseinandergesetzt. Nach ihrer Zeit am Stadttheater Koblenz und dem Düsseldorfer Schauspielhaus arbeitet sie nun als freie Regisseurin. Ihre Arbeiten waren unter anderem bereits am Nationaltheater Weimar, Residenztheater München, Schauspiel Leipzig, Volkstheater Wien oder dem Tokyo Engeki Ensemble zu sehen. Mit ihrer Inszenierung von „Stecken, Stab und Stangl“ am SchauSpielHaus Hamburg wurde sie 1999 zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Am WERK X inszenierte sie bereits als Uraufführung den Roman „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“ des österreichischen Schriftstellers Clemens S. Setz.

 

Milan Peschel

Milan Peschel ist ein deutscher Schauspieler und Regisseur. Peschel wurde in Berlin (Ost) geboren und absolvierte von 1984 bis 1986 eine Ausbildung als Theatertischler an der Deutschen Staatsoper Berlin und arbeitete bis 1991 als Bühnentechniker an der Volksbühne Berlin. Peschel besuchte von 1991 bis 1995 die Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“. Er war von 1997 bis 2008 Ensemblemitglied an der Volksbühne Berlin und war dort in vielen Inszenierungen der Regisseure Frank Castorf und Dimiter Gotscheff zu sehen. Seit 2007 inszeniert Peschel als Regisseur am Maxim-Gorki-Theater Berlin, am Theater an der Parkaue, am Theater Dortmund und am WERK X.  Für seine Hauptrolle eines tumorkranken Vaters in dem Drama „Halt auf freier Strecke“ unter der Regie von Andreas Dresen wurde Peschel mit dem Bayerischen Filmpreis 2011 und dem Deutschen Filmpreis 2012 ausgezeichnet. Eine weitere Nominierung erhielt er 2021 für seine Nebenrolle in dem Spielfilm „Je suis Karl“.

Premiere
Do 13. April 2023, 19.30 Uhr