no shame in hope

eine Jogginghose ist ja kein Schicksal

WERK X, Do 19. Januar 2023, 19.30 Uhr
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– Uraufführung

Pommes, eine Discokugel, verstaubtes Bier. Eine Art von Warteraum. Die Hoffnung auf eine Veränderung? Hoffnung ist keine Schande, und eine Jogginghose kein Schicksal. Auch wenn sich mit dem Wandel der Zeit vieles von einem Offenen in ein Verborgenes gewandelt hat. Von der Signatur zur Chiffre: ins Geheime.

Dies stellt die Losung der von Gilles Deleuze beschriebenen Kontrollgesellschaft dar. In der Annahme, die totalen Institutionen seien in eine Krise geraten und werden nur noch durch Reformen erhalten kehrte sich der Kapitalismus in eine Form der Überproduktion – das „Unternehmen“ wurde auf allen Ebenen etabliert: die Hochhäuser? Die BRD? Eine kaputte Ampelanlage!

Durch die Kehrtwende in einen Kapitalismus der Überproduktion steigerte sich der innere Druck auf die Gesellschaft: die Leistungsgesellschaft war geboren, der – trotz des Überschusses an Arbeit und der daraus resultierende Überfüllung an Positivität – eine Negativität des Seins inhärent ist. Der Druck einer perfekten Gesellschaft. Die Folge davon sind Infarkte wie Burnout oder Depressionen, so Byung-Chul Han in seinem Folgemodell der Kontrollgesellschaft: die Müdigkeitsgesellschaft. Der Maschinenraum der Psyche? Das Kraftcenter der Krise? Die Klinik!

Stellt das pastellfarbene Erscheinungsbild unserer durch Wirtschaftswunder geprägten Zeit eine Visualisierung dieser Gesellschaften dar? Ist die Monotonie der Grautöne der menschlichen Lebenswelt ihm inhärent? Die Briefe der Vergangenheit. Das Interagieren des eigene Selbst mit dem Politisch-Historischen!

Drei Frauen in einem Imbiss, wartend auf den Bus ins Unbekannte. Im Gespräch mit der Imbissverkäuferin bereden sie Themen des Inneren. (Abseits-)Themen einer durch die Idee der perfekten Gesellschaft geprägten Gemeinschaft. Und dazwischen? Ein kräftiger Mann mit Bier.

Der Text „no shame in hope – eine Jogginghose ist ja kein Schicksal“, der bereits mehrfach ausgezeichneten Autorin Svealena Kutschke, entstand im Rahmen des Drama Lab der WIENER WORTSTAETTEN und wird am WERK X zur Uraufführung kommen.

 

Svealena Kutschke

1977 in Lübeck geboren, studierte Svealena Kutschke Kulturwissenschaft und Ästhetische Praxis an der Universität Hildesheim und lebt als Autorin in Berlin. Bisher sind bereits vier Romane von ihr erschienen – der letzte im Jahre 2021: „Gewittertiere“. Für ihre Arbeiten erhielt sie bereits verschiedene Auszeichnungen, wie beispielsweise den Förderpreis zum Schiller-Gedächtnispreis 2019 oder das Berliner Senatsstipendium. Im März 2022 erhielt sie den Hebbel-Preis mit der Begründung, ihre Arbeiten hätten die deutsche Gegenwartsliteratur vielfältig bereichert. Bei den Autorentheatertagen 2019 zählte ihr Stück „zu unseren füßen, das gold, aus dem boden verschwunden“ zu den Gewinner*innentexten und wurde am Deutschen Theater Berlin uraufgeführt.

Premiere
Do 19. Januar 2023, 19.30 Uhr, Uraufführung
Weitere Termine
Fr 20. Januar 2023, 19.30 Uhr
Sa 21. Januar 2023, 19.30 Uhr
So 22. Januar 2023, 19.30 Uhr
Do 06. April 2023, 19.30 Uhr
Fr 07. April 2023, 19.30 Uhr