YODO OIDA

Performances of No Return

YODO OIDA

© Alexander Chitsazan

– Eine Stückentwicklung von wirgehenschonmalvor
– Eine Produktion von wirgehenschonmalvor in Kooperation mit WERK X
– Uraufführung


– ​Inszenierung: Matthias Köhler
– Bühne: Elke Auer
– Kostüme: Madeleine Nostitz
– Musik: EsRap
– Dramaturgie: Anna Laner
– Künstlerische Mitarbeit: Omid Tabari
– Produktionsberatung: Sophie Schmeiser


Mit: EsRap, Jessyca R. Hauser, Banafshe Hourmazdi, Régis Mainka und Gideon Maoz


Eine mit Blut bespritzte Pistole und der Satz „YODO: You Only Die Once, Why Not Make It Martyrdom“ - so bedient sich der Daesh der Jugend- und Popkultur für seine Propaganda, die sich mühelos in die Sehgewohnheiten seines Zielpublikums einfügt. Dasselbe könnte aber auch online in einer der unzähligen True Crime Communities diskutiert werden. Unter #schoolshooting oder #columbine finden sich junge Menschen, die nachvollziehen können, warum Amokläufer mit maximaler Aufmerksamkeit aus dem Leben gehen wollen: Sie empfinden Empathie, weil sie selber traurig, einsam, wütend und verzweifelt sind. Unerreichbare (Maskulinitäts-) Ideale, Sehnsucht nach Anerkennung und fehlende Perspektiven in einer ungleichen, ungerechten Welt führen zu inneren Zuständen, die als unaushaltbar erlebt werden. Guter Boden für Rachefantasien und radikale Ideologien, die es ermöglichen, Gewalt gegen „die Anderen“ zu legitimieren.

YODO OIDA will verstehen, warum das kalkulierte Töten und Sterben für diese fragilen, radikalisierten Heranwachsenden zur tatsächlichen (letzten) Handlungsmöglichkeit wird. Wie sieht es in diesen Menschen aus, bevor sie explodieren und inwieweit können wir mit ihnen sympathisieren? Und was erzählen diese Taten über unsere Gesellschaft und Kultur, aus deren Mitte heraus sie passieren?

Ein potentieller Amokläufer, eine autoaggressive Feministin, ein mitteleuropäischer Open-Source-Terrorist und eine Kämpferin des Matriarchats treffen in einem Raum mitten in Wien aufeinander und verhandeln ihre komplizierten Identitäten, Ängste, Werte und Wünsche. Eine Versuchsanordnung, die dem Performancezwang im absoluten Kapitalismus neue Formen der Solidarität entgegenstellen will.

 

wirgehenschonmalvor
wirgehenschonmalvor ist ein loses Kollektiv bestehend aus der Künstlerin und Rückenschwimmerin Elke Auer, dem Allround-Allergiker und Regisseur Matthias Köhler, der passionierten Proletin und Dramaturgin Anna Laner und Omid Tabari, Signa Veteran und Individuum.

 


© Alexander Chitsazan © Alexander Chitsazan © Alexander Chitsazan © Alexander Chitsazan

Premiere: Mo 17.10.2016, 20.00 Uhr, AUSVERKAUFT
Weitere Termine: Di 18.10.2016, 20.00 Uhr
Mi 19.10.2016, 20.00 Uhr
Do 20.10.2016, 20.00 Uhr
Fr 21.10.2016, 20.00 Uhr
So 23.10.2016, 20.00 Uhr
Ort: WERK X-Petersplatz, 1010 Wien

Spielzeitthema

EURE ARMUT KOTZT MICH AN