Trümmerherz

von Bernhard Bilek

WERK X-Petersplatz, Do 12. Mai 2022, 19.30 Uhr
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– Eine Produktion von Wiener*innen Wahnsinn in Kooperation mit WERK X-Petersplatz
– Uraufführung

Inszenierung: Martina Gredler
Komposition und Live-Musik: Jana Schulz
Bühne und Kostüm: Anna-Luisa Vieregge
Choreografie: Daniela Mühlbauer
Regie- und Produktionsassistenz: Alexandra Fierascu
Text und Produktionsleitung: Bernhard Bilek
Mit: Anna Zöch, Tamara Semzov, Susi Stach, Felix Krasser, Lukas David Schmidt

„Siehst doch eh wie die Leut hier sind. Die tun: Vergessen. Verdrängen. Lügen. Wo ist hier die Moral? Wo ist hier der Anstand? Den Wiederaufbau schaffen´s doch nur: Weil's die frühere Gesinnung in die neuen Häuser miteinbauen.“

Rudi, eine junge Frau von Anfang 20, würde am liebsten immer nur Boogie-Woogie tanzen. Denn der Rest ihres Lebens ist nicht gerade rosig. Gemeinsam mit ihrer verwitweten Mutter lebt sie in einer kleinen Wiener Wohnung. Der Vater ist als kommunistischer Widerstandskämpfer den Nazis zum Opfer gefallen. Ihre Schwester Mitzi, die ihr den zweiten Elternteil ersetzte, wird mit einem Besatzungssoldaten nach Amerika ziehen. Der Verlust von Mitzi bedeutet für Rudi, dass sie erwachsen werden muss, wozu sie aber noch nicht bereit ist. Deswegen weigert sich Rudi auch, eine Arbeitsstelle anzunehmen. Um sie herum schlawinern Pepi und Moritz, die im Nachkriegswien mit teils fragwürdigen Methoden versuchen zu Geld zu kommen. Das Kind, das sie mit Moritz hatte, ist gestorben. Ein etwas skurriles ‚Familienfest‘ soll dem Andenken dieses Kindes gewidmet sein.
Es hat aber noch triftigere Gründe...

„Trümmerherz“ basiert auf biographischen Episoden der aktuell mit knapp 90 Jahren verstorbenen Großmutter des Autors Bernhard Bilek. Das Stück erzählt eine weibliche Coming-of-Age-Geschichte eines Boogie-Woogie-begeisterten Wiener Mädels aus einer matriarchalischen Arbeiter*innenfamilie vor dem Hintergrund der österreichischen Nachkriegszeit der 1950er Jahre. Die Inszenierung dekonstruiert unter antipatriarchalischen und nicht-hegemonialen Prämissen theatrale, geschlechtliche, gesellschaftspolitische und historische Diskurse, die seit den 1950er Jahren bis heute nachwirken.

Die Regisseurin Martina Gredler und der Autor Bernhard Bilek haben den Verein Wiener*innen Wahnsinn gegründet, der sich als „Projektplattform für Frauen, queere und nicht-binär definierte Künstler*innen“ versteht, ein Schwerpunkt liegt auf österreichischer Zeitgeschichte nach 1945 aus queer-feministischer Sicht; „Trümmerherz“ ist die erste gemeinsame Produktion.

Stadt Wien

Premiere
Do 12. Mai 2022, 19.30 Uhr
Weitere Termine
Sa 14. Mai 2022, 19.30 Uhr
So 15. Mai 2022, 19.30 Uhr
Do 19. Mai 2022, 19.30 Uhr
Fr 20. Mai 2022, 19.30 Uhr
Sa 21. Mai 2022, 19.30 Uhr