PLAYING EARL TURNER

von Laura Andreß und Stefan Schweigert - NEUER TERMIN: Filmpremiere im TV: am 19. Februar 2022 um 20.00 Uhr auf okto.tv und online auf werk-x.at, anschließend bis 25. Februar, 22.00 Uhr, hier verfügbar

WERK X-Petersplatz, Sa 19. Februar 2022, 20.00 Uhr
Trailer

Eine Produktion von die werker* in Kooperation mit WERK X-Petersplatz, koproduziert von Okto
Uraufführung

Konzept, Text, Inszenierung: Stefan Schweigert
Konzept, Text, Dramaturgie: Laura Andreß
Kamera, Ton & Postproduktion: Ali Andress
Video- & Lichtdesign: Martin Siemann
Lichtberatung: Markus Harthum
Bühne: Lucas Fischötter
Bühnenbildkonzeption: Johanna Armstorfer
Kostüm: Andrea Simeon
Komposition: Simon Dietersdorfer
Sounddesign: Simon Dietersdorfer, Stefan Schweigert
Mastering Sound: Stephan Bobek
Produktionsleitung: Valentin Werner
Regieassistenz: Linda Fress
Regiehospitanz: Manuel Horak

Vor mehr als drei Jahren wurden die Urteile im NSU-Prozess gesprochen. Noch immer sind wichtige Fragen zu den Anschlägen ungeklärt. Die Diskussion über ein weitverzweigtes Unterstützer*innen-Netzwerk der Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund, das sich möglicherweise bis in staatliche Institutionen zieht, ist beispielhaft für die Debatte um die Existenz einer international gut vernetzten, rechtsextremen Szene, der das vermeintliche Trio heute als Vorbild gilt.

Ein wichtiger Schlüsseltext der rechten Szene ist der dystopische Roman „Die Turner Tagebücher“ (1978) von William Luther Pierce. Die Tagebucheinträge des Ich-Erzählers Earl Turner erzählen von einer Untergrund-Terrorzelle, die mit Bombenattentaten und Mordanschlägen ‚das System‘ destabilisiert und eine weltweite, ‚weiße Revolution‘ auslöst. Die detailreichen, akribisch verfassten Schilderungen dienten mehreren Neonazis nachweislich als Inspiration ihrer Anschläge. Auch auf den Computern des NSU wurde der Roman gefunden.

„PLAYING EARL TURNER“ lässt fiktionale Literatur und dokumentarisches Material aufeinandertreffen. „Die Turner Tagebücher“ sowie die Protokolle des NSU-Prozesses dienen als Ausgangsmaterial einer filmischen Inszenierung, die nach übergeordneten Strategien rechten Terrors fragt und Einblicke in die Denkmuster der Täter*innen sowie das Selbstbild der Szene gibt. Durch zusätzliche Video- und Tondokumente aus der medialen Berichterstattung entsteht ein atmosphärisch dichter Performancefilm, in dem die Darsteller*innen mit (Selbst-)Inszenierung, Verwandlung und Nachahmung spielen – ganz wie ihre (r)echten ‚Vorbilder‘.

Die TV- & Online-Filmpremiere findet aufgrund mehrerer SARS-CoV-2-Erkrankungen im Produktionsteam nun mit einer Woche Verzögerung am 19.02.2022 um 20.00 Uhr auf Okto statt.
Im Anschluss an die Filmpremiere sprechen Regisseur Stefan Schweigert und Bianca Kämpf, Rechtsextremismusforscherin am Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW), mit Cornelia Anhaus, Intendantin des WERK X-Petersplatz, online im „Oktofokus“ über die Entstehungsgeschichte und Hintergründe zur Produktion.

„PLAYING EARL TURNER“ ist zudem als Video-on-Demand hier im Netz bis zum 25.02.2022, 22.00 Uhr, verfügbar sowie in der Oktothek bis zum 13.03.2022 zu finden, die TV-Wiederholung Film & Gespräch auf Okto ist am 20.02.2022 um 17.30 Uhr.

  Stadt Wien

Herzlichen Dank an Ulli Jentsch (apabiz - antifaschistisches pressearchiv und bildungszentrum berlin), Hajo Funke, Tanjev Schultz, Bernhard Weidinger und Binaca Kämpf(Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes); The Society Friends of Halit, Ayşe Güleç für die Bereitstellung des Film "Kein 10. Todesopfer!" und Aslı Kışlal.

Premiere
Sa 19. Februar 2022, 20.00 Uhr, Online-Filmpremiere auf okto.tv und werk-x.at