Blutiger Sommer

von Alireza Daryanavard

WERK X-Petersplatz, Do 27. Februar 2020, 20.00 Uhr
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Videotrailer „Blutiger Sommer"

– Eine Produktion von Theaterkollektiv Hybrid in Kooperation mit WERK X-Petersplatz
– Uraufführung

Inszenierung: Alireza Daryanavard
Komposition: Pouyan Kheradmand
Bühnenbild & Kostüm: Geraldine Massing
Dramaturgie: Sogol Pour-Jahan, Mascha Mölkner
Produktionsleitung: Julia Haas, Rebecca Fuxen
Künstlerischer Berater: Rainer Vierlinger

Blutiger Sommer thematisiert die Massenhinrichtungen politischer Gefangener im Iran Ende der 80er Jahre, die seitdem tabuisiert werden. Im Jahr 2008 wurde erstmalig die angenommene Zahl von 3.700 hingerichteten Gefangenen von Menschenrechtsorganisationen veröffentlicht. Sicher ist, dass diese Menschen ohne Urteil hingerichtet wurden; die Mehrheit waren Mitglieder linksgerichteter Oppositionsgruppen. Zu den mutmaßlichen Tätern zählen einige bis heute prominente iranische Politiker. Bisher fanden keinerlei Verurteilungen der Täter statt.

Das Stück basiert textlich auf Interviews mit Zeitzeugen, welche die jahrelange Gefangenschaft und Folter überlebt haben. Grundlage der Recherche sind außerdem Sammlungen von Tagebucheinträgen, Abschiedsbriefe der Ermordeten, sowie Fotografien von Gegenständen der Gestorbenen, die jeweils in einer Militärtasche den Angehörigen zurückgegeben wurden.

„Mein Vater wurde eine Woche nach dem ich ihn das letzte Mal gesehen habe, aufgehängt. Die sagen, dass mein Vater ein Landesverräter war, genau wie meine Mutter. Ich bin mit meiner Mutter sechs Jahre lang im Gefängnis aufgewachsen. An meinen Vater habe ich einige wenige Erinnerungen, die meine Mutter mir erzählt hat. Ich kann mich kaum erinnern, wie er mit mir gespielt hat, aber meine Mutter sagt, dass ich in diesem kleinen Zimmer im Gefängnis immer hinter Ameisen hergerannt bin und die waren mein einziges Spielzeug."

Geboren und aufgewachsen ist Alireza Daryanavard im Iran, wo er bereits im Alter von 12 Jahren als Schauspieler zu arbeiten begann. Seine Theaterarbeit wurde mit den Jahren immer mehr zensiert. Als es ihm offiziell nicht mehr erlaubt war, als Schauspieler tätig zu sein, gründete er ein Untergrundtheater in seiner Herkunftsstadt Bushehr, bis die Situation lebensgefährlich wurde und er schließlich fliehen musste. Seine Flucht führte ihn 2014 nach Österreich. Er lebt in Wien und arbeitet als Schauspieler, Musiker und Regisseur im deutschsprachigen Raum sowie international. 2017 wurde ihm das Startstipendium des Bundeskanzleramts Österreich für Darstellende Kunst verliehen, 2019 war er Stipendiat beim Heidelberger Stückemarkt.
Am WERK X-Petersplatz begeisterte er in der Spielzeit 2018/19 mit der Uraufführung von seinem Stück Ein Staatenloser Presse wie Publikum gleichermaßen. Für Herbst 2020 ist die Wiederaufnahme im Programm der Spielzeit 2020/21 im Theater am Petersplatz geplant.

Premiere
Do 27. Februar 2020, 20.00 Uhr
Weitere Termine
Sa 29. Februar 2020, 20.00 Uhr
Mi 04. März 2020, 20.00 Uhr
Do 05. März 2020, 20.00 Uhr
Fr 06. März 2020, 20.00 Uhr
Sa 07. März 2020, 20.00 Uhr