Die Reise. Ein Trip

nach Bernward Vesper

Karten
Die Reise. Ein Trip

© Mirjam Stängl

- Eine Produktion von tangent.COLLABORATIONS in Koproduktion mit dem Théâtre National du Luxembourg, in Kooperation mit WERK X-Petersplatz
- Österreichische Erstaufführung


- Inszenierung: Kathrin Herm
- Mit: Aleksandra Corovic, Daniel Wagner, Robert Huschenbett
- Bühne & Kostüme: Mirjam Stängl
- Musik: Pola Lia Schulten
- Video: Tina Wilke
- Dramaturgie: Florian Hirsch
- Aufführungsrechte: März Verlag, Berlin nach Bernward Vespers DIE REISE. Ein Romanessay, herausgegeben von Jörg Schröder


Bernward Vesper, gerade von Gudrun Ensslin für Andreas Baader und überhaupt von allen guten Geistern verlassen, setzt sich an den Schreibtisch und verfasst eine Art Tagebuch. Einen uferlosen Brief an den Vater, den Nazi-Dichter Will Vesper. Und an den eigenen Sohn. Auf diese Weise entsteht einer der radikalsten Texte des 20. Jahrhunderts: Die Reise, erschienen 1977, sechs Jahre nach Vespers Selbstmord, ist kein Roman, kein Essay, keine Chronik, keine Beichte — der Fragment gebliebene Großtext, „ein Spiel zufälliger elektrischer Ströme auf meiner Großhirnrinde“, ist all dies zusammen. Vesper, der lieber einen Frontalunfall baut als stillzustehen, begibt sich im Rausch auf einen Roadtrip durch Europa, eine Reise zu sich selbst. Das Sein und das Schreiben erscheinen als ständiger Akt der Selbstvergewisserung, Literatur-Performance und Performance-Literatur. Sprachgewaltig behauptet er die Revolte gegen den faschistischen Vater, ohne sich je wirklich emanzipieren zu können. Stattdessen verstrickt sich Vesper immer tiefer in die Abhängigkeit von einem bürgerlichen System, das er eigentlich bekämpfen will. Befreiung findet er allein im Tod.

tangent.COLLABORATIONS geht mit Vespers „Romanessay“ auf die Reise und macht dieses Monster von einem Text mit drei Schauspieler*innen in einer multimedialen Bühnenperformance erfahrbar. Verschiedenste Orte, Situationen und Zeitebenen verweben sich zu einem dichten Netz aus Kindheitserinnerungen, luziden wie megalomanen Gesellschaftsanalysen und bewußtseinsveränderndem Horrortrip. Denn: „Those who cannot remember the past are condemned to repeat it.“. (George Santayana)


Premiere: Do 06.02.2020, 20.00 Uhr Karten
Ort: WERK X-Petersplatz, 1010 Wien

Spielzeitthema

HEIMAT UND ARSCHLOCH